Track 11: Forschungsmethoden und Wissenschaftstheorie


Der Gegenstand der Wirtschaftsinformatik empfiehlt die Berücksichtigung diverser fachspezifischer Perspektiven. Hier ist u. a. an die Betriebswirtschaftslehre, die Soziologie, die Informatik oder die Psychologie zu denken. Die verschiedenen Perspektiven gehen einher mit einer Reihe unterschiedlicher Forschungsparadigmen und forschungsmethodischer Ansätze. Die Konkurrenz solcher Ansätze hat eine Fülle wissenschaftstheoretischer Diskussionen gezeitigt. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Auseinandersetzung zwischen Vertretern einer positivistischen Wissenschaftskonzeption und den Anhängern einer konstruktionsorientierten Ausrichtung der Wirtschaftsinformatik. Dabei geht es einerseits um die Betrachtung epistemologischer Grundannahmen, andererseits um Orientierungen für die Durchführung und Bewertung von Forschungsvorhaben. Wissenschaftstheoretischen Betrachtungen werden von manchen als entbehrliche philosophische Übungen angesehen, die von der eigentlichen Forschung abhalten. Es ist allerdings unstrittig, dass (auch implizite) ontologische und epistemologische Grundannahmen von fundamentaler Bedeutung für die Durchführung von Forschungsvorhaben und die Bewertung von Forschungsergebnissen sind. Nicht zuletzt empfiehlt die lang anhaltende Diskussion über den vermeintlichen Konflikt zwischen „Rigor“ und „Relevance“ einen Rückgriff auf entsprechende Diskurse in der Philosophie und Wissenschaftstheorie. Dazu gehört auch die Reflexion des Verhältnisses zwischen Theorie und Praxis sowie die Organisation des Austausches zwischen Wissenschaftlern und Praktikern. Eine anspruchsvolle Diskussion möglicher Forschungsmethoden sowie der mit ihnen verbundenen philosophischen Positionen ist deshalb für die weitere Entwicklung der Disziplin wie auch für die Pflege einer attraktiven Wissenschaftskultur von grundlegender Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund ist der Track darauf gerichtet, die Rolle von Wissenschaftstheorie und Philosophie in einem breiteren Kontext zu diskutieren. Wir möchten auf diese Weise eine Plattform für WissenschaftlerInnen bieten, die daran interessiert sind, Voraussetzungen und Konsequenzen von Forschungsparadigmen und -methoden in unserer Disziplin zu reflektieren und kritisch zu bewerten. Wir freuen uns nicht nur über Beiträge, die auf eine dediziert wissenschaftstheoretische Betrachtung spezieller Methoden gerichtet sind. Vielmehr sind auch solche Beiträge willkommen, die sich mit praktischen, ethischen und gesellschaftlichen Implikationen unserer Forschung auseinandersetzen. Darüber hinaus schätzen wir Beiträge, die die Organisation wissenschaftlicher Zusammenarbeit und die Verbreitung von Forschungsergebnissen thematisieren. Schließlich sind auch Beiträge willkommen, die auf die Übernahme oder Integration von Methoden aus Nachbardisziplinen, wie etwa der Betriebswirtschaftslehre, der Informatik, der Soziologie oder der Psychologie gerichtet sind.

Themen
  • Quantitative Forschungsmethoden
  • Hermeneutische Forschungsmethoden
  • Kritische Theorie
  • Design Science
  • Pluralistische Forschungsmethoden
  • Evaluation und Auswahl von Forschungsmethoden
  • Philosophische Positionen
  • Theorieentwicklung
  • Relevanz für das Management vs. Generalisierbarkeit
  • Wissenssoziologie
  • Kulturelle Aspekte der Gestaltung und des Einsatzes von Forschungsmethoden
  • Forschungsmethoden für neue Forschungsfelder (z. B. soziale Netzwerke, Green IT, Cloud Computing, Big Data)
  • Ethische Implikationen
  • Austausch mit Nachbardisziplinen
  • Wissenschaftliche Identität der Wirtschaftsinformatik
  • Software-Werkzeuge zur Unterstützung der Forschung
  • Evaluation der Forschung
  • Innovative Ansätze wissenschaftlicher Zusammenarbeit
  • Innovative Ansätze zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Praktikern
  • Lehre von Forschungsmethoden
  • Zukünftige Herausforderungen der Forschung
Track Chairs
Prof. Dr. Ulrich Frank, Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Universität Siegen 

Programmkomitee
Prof. Dr. Roman Beck, Universität Frankfurt
PD Dr. Peter Fettke, Universität Saarbrücken
Prof. Dr. Stefan Klein, Universität Münster
Prof. Dr. Franz Lehner, Universität Passau
Prof. Dr. René Riedl, FH Oberösterreich & Universität Linz
PD Dr. Kai Riemer, University of Sydney
Prof. Dr. Bernd Carsten Stahl, De Montfort University
Dr. Michael Schermann, TU München
Prof. Dr. Stefan Strecker, Fernuniversität Hagen
Prof. Dr. Frédéric Thiesse, Universität Würzburg
Prof. Dr. Volker Wulf, Universität Siegen
 
  • Gold-Sponsoren


  • Silber-Sponsoren


  • Bronze-Sponsoren


  • Förderer


  • Medienpartner


  • Branchenpartner


  • Netzwerkpartner


  • Wissenschaftliche Partner